Protokoll “In der Mitte GRÜN vom 28.03.2018

Vieleinigkeit oder Die Kunst Teil zu nehmen: BauReFormation Dreieinigkeitskirche
Ergebnisprotokoll + Workshop-Leitung: Regina Pemsl und Willi Wiesner, Fotos: Regina Pemsl

Fachliche Unterstützung: Rita v. Frantzky (QM- Weststadt), GrünFragenAntworten: Susanne Neumann (Beetpatenschaften und Kolleg*innen ServiceÖffentlicherRaum).

Das dritte Treffen beginnt – leider im Frühjahrsregen – mit einer Begehung der Flächen rund um die Kirche. Dabei werden die „grünen“ Wünsche vom Treffen vorher mit den Antworten zu den Voraussetzungen ihrer Verwirklichung diskutiert. Besonders interessant sind zwei große Beetflächen, die unter Berücksichtigung noch wuchskräftiger Stauden z.B. in eine Bienenweide oder Blumenwiese umgewandelt werden können (siehe Anlage Beet-Patenschaft). Weitere thematische Pflanzvorschläge dazu sind ein „Bibelgarten“, Kräuterbeete wie in Klostergärten, ein Dürerrasen und der Hinweis auf das Merianin2018+ Projekt ( https://nuernberg-stadt.bund-naturschutz.de/projekte/merianin-2018.html ),  das neuen Lebensraum für Insekten unterstützen und sichtbar machen will.

An der Westfassade werden die zwei Pflanzstellen mit Wildem Wein und einer Hecken-Rose in Augenschein genommen: Kleine Eingriffe ins Pflaster machen eine Begrünung der Fassade möglich, die hier Graffitis verhindert haben. Allerdings wäre eine bessere Bewässerung einem kräftigeren Bewuchs sehr zuträglich. Die Aufmerksamkeit für die Südseite der Kirche ist im Regen etwas untergegangen – echter Wein vor der Wand oder als Pergola gezogen, könnte südliches Flair verbreiten, reifen und im Sommer Schatten spenden.

Pfarrer Volker Schoßwald verbindet den Wunsch nach Rosenstöcken mit der Architektur des Nordportals, das von stilisierten Rosenblüten in den Steimetzarbeiten geprägt ist und auch im Buntglastympanon finden sich Rosetten. Hier könnten links und rechts der Portalstufen z.B.  Kletterrosen gesetzt werden, die u.U. auch Graffitis verhindern.

Auf der Nordseite finden sich zwei weitere Pflanzbeispiele, die bisher Graffitis verhindert haben – Efeu und eine Hainbuchenhecke – die sicher wieder einsetzbar wären. Die Wandnischen der Nordseite sind aber auch für eine von Jugendlichen angeregte „Chill-Ecke“, eventl. mit kleiner Bühne geeignet. Flächen für Graffitis, Malerei, Installationen, eine Wandzeitung einzuplanen, wird Thema einer weiteren Veranstaltung mit GOHO3E.

Nach der Umrundung der Kirche doch recht durchweicht, ziehen wir uns in den Gemeindesaal zu grünen Broten, Wein, dem Glanzpunkte– Notizbanner und Flora Norimberga mit ihren Samenbuben und Damensamen zurück:

Kleine Kugeln aus ungebranntem Ton werden auf Flora Norimbergas „Stadtkörper“, der den Tisch bedeckt, mit Samen „paniert“ und in Modeln mit Buben- oder Damenköpfen gedrückt. Aus den abgeformten Gesichtern können (in die Erde gelegt und gut gewässert) Floras Kinder sprießen und die Pflanzenvielfalt nähren – ein Projekt, das Regina Pemsl 2017 entwickelt hat. Hier setzt die „Handarbeit“ Ton zu kneten Ideen frei – neue Formen werden kreiert: Ein „Überraschungsei“ ist vom nahenden Osterfest inspiriert, ein „Bamberger Hörnla“ oszilliert zwischen Gebäck und Kartoffel…

In einer Abschlussrunde werden die GRÜN- Ideen zusammengetragen und auf die nächsten Schritte hin diskutiert:

  • Grundsätzlich bieten sich „pflegeleichte“ und trockenheitsresistente Pflanzungen an:
    Eine Bienenweide sollte nur 1-2 Mal im Jahr gemäht werden und kommt auch ohne extra Bewässerung aus, Wein und Rosenstöcke sind sehr robust und wurzeln tief.
  • Die Bewässerung könnte temporär über einen IBC- Behälter unterstützt werden (1000 l in einem Kunststoffkubus mit Aluminiumverstärkung)
  • Die Dachentwässerung könnte kostenschonend und umweltgerecht langfristig bei der Sanierung für eine Zisterne / ein „Wassersammelobjekt“ eingeplant werden, auch eine Tröpfchenbewässerung wäre möglich.
  • Für die Beetpatenschaften sollten Partner gefunden werden, eventl. verschiedene Zonen, da die Flächen groß sind (Glockendon Kindergarten, Spielehaus,…).
  • Der Stark AK sollte informiert und einbezogen werden.
  • Eine Kombination mit gestalterischen Maßnahmen / künstlerischen Installationen wäre saisonal für die Wahrnehmungssteigerung förderlich.
  • Dazu ist ein Konzept und ein zentraler Ansprechpartner – wie auch bei den Beetpatenschaften für SÖR notwendig. „Patenschaftsanteile“ könnten auf der Kärwa „versteigert“ werden.
  • Um dieses Jahr schon erste Schritte sichtbar machen zu können, klärt GOHO3E die Voraussetzungen mit SÖR: Welche Arbeiten bis zur Einsaat werden übernommen?
  • Rita v. Frantzky vom QM Weststadt weist auf die Absprache mit dem Denkmalschutz bei Fassadenbegrünungen hin und kann Projekte im Stadterneuerungsgebiet zur „Behebung städtebaulicher Missstände“ fördern.
  • Im April werden die GRÜN-Themen voraussichtlich ohne weiteres öffentliches Treffen weiterentwickelt, um bei der nächsten Veranstaltung im Rahmen der Kärwa und des Stadtteilfestes am 26. Mai schon erste Ergebnisse wachsen zu lassen –

vielleicht auch eine „GRÜNE Nacht“ mit einer Lichtinstallation von Rita Kriege